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Eine Besucherin und eine Besucher bestaunen eine Vitrine im Prunksaal

Welches „besondere Objekt“ wollen Sie im Prunksaal sehen? Stimmen Sie jetzt ab! In dieser Runde stehen drei außergewöhnliche Objekte aus der Papyrussammlung der Österreichischen Nationalbibliothek zur Auswahl. Bis 31. Jänner 2021 läuft das Voting. Das Siegerobjekt können Sie voraussichtlich ab 18. Mai 2021 im Prunksaal bewundern! 

Beziehungskrisen
Klagen und Beschwerden aus dem alten Ägypten

Jeder Papyrus ist ein Originaldokument antiker Schriftkultur. Die Papyrussammlung der Österreichischen Nationalbibliothek verwahrt 180.000 davon. Auch die Frauen, die über weite Strecken der Geschichte stumm bleiben mussten, erhalten in diesen einmaligen Beständen eine vernehmbare Stimme. In seltenen Fällen werden hier sogar Emotionen thematisiert, die uns Freud und Leid von persönlichen Beziehungen auch nach rund 2.000 Jahren ganz unmittelbar nahebringen.

Vielen Dank für Ihre Teilnahme!Am 1. Februar geben wir das Gewinnerobjekt auf unserer Website bekannt.

Ihre Stimme zählt!

Sie haben die Wahl: Voten Sie hier für Ihren persönlichen Favoriten! 
Pro IP-Adresse kann einmal abgestimmt werden.

Objekt 1: Die Klage der Artemisia
Papyrus, 4. Jh. v. Chr.

Dieses Dokument ist einer der ältesten griechischen Papyrustexte überhaupt. Artemisia, eine in Memphis lebende Grie­chin, ruft darin das Gottesgericht an, um die gerechte Strafe für einen erlittenen Frevel zu erwirken: Der Vater habe ihrer verstorbenen Tochter kein Grab ermög­licht und bringt dadurch deren jenseitiges Leben in Gefahr. Zur Strafe soll der Gott auch dem Mann sein Grab verwehren, ihn und sein Vermögen soll jegliches Übel treffen. Der außergewöhnliche Text ent­hält Elemente eines Fluches, verzichtet aber auf jede Magie, er ähnelt dadurch einer gerichtlichen Klage. Artemisia richtet ihr Schreiben aber nicht an ein Gericht, denn die Übeltat ist nicht rechtswidrig. Umso eindringlicher fällt daher ihre Klage an das ägyptische Göttertribunal aus.

Objekt 2: Orakelfrage
Soll ich heiraten? Papyrus, 26. April 6 n. Chr.

Dieses Zettelchen wurde als Losorakel verwendet – eine im römischen Ägypten beliebte Methode, mit Hilfe der Götter eine rasche und sichere Entscheidung zu erlangen. Man schrieb auf einen Zettel die positive Antwort auf die Entschei­dungsfrage, auf einen anderen Zettel die negative, rief den Orakelgott an und zog dann einen der beiden Zettel. Der angerufene Gott hat dafür gesorgt, dass man die richtige Antwort zog. Losorakel spielten sogar bei der Partnerwahl eine Rolle. Im vorliegenden Text ruft Asklepi­ades den „höchsten, mächtigsten Gott Soknopaios“ an – eine Erscheinungsform des populären krokodilgestaltigen Gottes Sobek, an den viele Orakelfragen adres­siert sind. Asklepiades will von Sokno­paios wissen, ob eine gewisse Tapetheus, Tochter des Marres, seine Frau wird.

Objekt 3: Beschwerdebrief einer Ehefrau
Papyrus, 12. Jh. n. Chr.

Eine Frau aus dem mittelalterlichen Kairo macht in diesem Brief in arabischer Spra­che ihrem Ehemann bittere Vorwürfe, weil er sie verlassen hat. Dabei geht es Safra nicht um materielle Abfindung, denn sie ist selbst wohlhabend. Vielmehr erwartet sie von ihm ein Kind. Immer hatte sie seine Fraueneskapaden gedul­det, aber verletzt hat sie vor allem die Art, wie er sie verlassen hat: Erst jetzt erfährt sie, dass er schon seit zwei Jahren mit einer anderen Frau ein Verhältnis hat. Zudem hört sie, dass er sie in aller Öffentlichkeit verhöhne. Darüber ist Safra derart erbost, dass sie ihn am liebs­ten verfluchen möchte, wenn sich das bloß für eine ehrbare Muslimin geziemen würde. Der Brief ist einzigartig, da die betrogene Ehefrau ihre Wut und Enttäu­schung sehr direkt zum Ausdruck bringt.

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